Betreuung zu Hause – Warum mit Family Nursing?

Frau Prof. Dr. Friedemann begleitet HausPflegeService.ch seit 5 Jahren bei der Umsetzung des Family Nursing in der Beratung und Betreuung. Anlässlich ihres letzen Besuchs hat sich Frau Friedemann zu einem kurzen Gespräch bereiterklärt. Lesen Sie hier das komplette Interview.

 

frau-prof-louse-friedmannFrau Friedemann, wie war Ihre Reaktion, als Sie vor 5 Jahren die Anfrage erhielten, die Einführung von Family Nursing bei HausPflegeService.ch zu begleiten?
Ich wurde vom HausPflegeService.ch gefragt, ob ich sie bei der Einführung beraten könnte. Es war für mich natürlich wunderbar zu hören, dass Family Nursing bei einem Schweizer Unternehmen angewendet werden soll. Family Nursing ist eine sehr gute Sache, da es allen Beteiligten hilft, und zwar sowohl denen, die damit arbeiten, wie auch den Familien selbst. Heutzutage kann man mit dem Internet eine solche Begleitung auch über grössere Entfernungen (Florida) durchführen. Aus diesem Grund entschloss ich mich, das Projekt persönlich zu betreuen, und auch weil ich damals etwas weniger arbeitete und bald in den Ruhestand treten wollte. Davon waren die Verantwortlichen bei HausPflegeService.ch begeistert.

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Inwieweit musste Ihr Modell des Family Nursing auf die Bedürfnisse bei HausPflegeService.ch angepasst werden?
Das Modell ist an und für sich sehr flexibel und kann an verschiedenen Orten und für unterschiedliche Kulturen eingesetzt werden. Die Dimensionen sind allgemein gültig, d.h. man kann es gut auf neue Situationen anpassen. Bei HausPflegeService.ch wurde vorher schon mit Case Management gearbeitet, was gar nicht so viel anders ist. Wir haben zuerst mit einem ausführlichen Fragebogen mit Familienfragen gearbeitet, welcher in Gesprächen fortlaufend vereinfacht wurde. Anschliessend entwickelten wir mit Hilfe des Family Nursing-Modells zu den vier Dimensionen einige Leitfragen. Anhand der vier Dimensionen aus dem Modell kann man analysieren, wie die Familie die Pflege und auch das allgemeine Familienleben handhabt. Wir haben ausserdem festgestellt, dass für die Beraterinnen und Berater ein offenes Gespräch angenehmer ist, als eine zu stark strukturierte Abfrage.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile beim Einsatz des Family Nursing im Bereich der häuslichen Pflege?
Bei der häuslichen Pflege werden Betreuerinnen von aussen in die Pflegeroutine einbezogen. Dies bedeutet Änderungen im Familiensystem, welche für die Betroffenen vielmals gar nicht einfach sind. Daher ist es wichtig, dass man die Bedürfnisse der Familie genau wahrnimmt. Die Anpassung ist aber vielerorts schwierig. Wenn man die Zusammenhänge nicht beachtet, kann vieles krumm laufen, und man weiss nicht warum und was man hätte besser machen müssen. Oft kommt die betreute Person mit der Situation gut zurecht, setzt sich damit auseinander und freut sich über die Unterstützung, wohingegen es im Rest der Familie Spannungen geben kann. Wenn die Betreuerin von den Angehörigen in das Familiensystem gut integriert wird, kann man von einer neuen Familiengesundheit sprechen. Dazu gibt das Family Nursing die nötige theoretische Anleitung.

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Sie begleiten HausPflegeService.ch seit 5 Jahren. Wie hat sich der Einsatz von Family Nursing aus Ihrer Sicht verändert?
Das Beratungsteam ist durch das Family Nursing gewachsen. Das ist wunderschön und sie machen wirklich eine tolle Arbeit. Bei schwierigen Situationen bin ich anfangs mitgegangen,um in den Familien zu schauen wie sie die Arbeit machen. Ich habe ihnen Anleitungen gegeben, welche die Beraterinnen und Berater wirklich angenommen und umgesetzt haben. Ich habe das Gefühl, dass meine Beratungen zur Steigerung der Qualität bei der Arbeit in den Familien beigetragen haben.

Wie kann in Zukunft Family Nursing zu einer guten Betreuung zu Hause beitragen?
So wie es jetzt gemacht wird weiter anwenden. Es wäre schön, wenn HausPflegeService.ch zu einem Modell würde, für das sich auch andere interessieren. Hier kann man sehen, wie Qualitätsarbeit geleistet werden kann und Sicherheit geboten wird.

Frau Friedemann, wir danken Ihnen für das Gespräch.


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