Neues Alzheimer-Medikament in den USA

Wirkstoff Donamemab, Antikörper

Die US-Arzneimittelagentur FDA hat einen weiteren Antikörper zur Behandlung von Morbus Alzheimer zugelassen. Donanemab (Kisunla™, Eli Lilly) darf bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder einem frühen Demenz-Stadium zum Einsatz kommen.

Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder leichter Alzheimer-Demenz können in den USA nun mit dem Antikörper Donanemab behandelt werden.

Wie das in den USA bereits zugelassene Lecanemab (Leqembi™, Biogen) zielt auch Donanemab auf den Abbau von schädlichen β-Amyloid-Plaques ab. Der neue Antikörper bindet spezifisch an einen Abschnitt im aggregierten β-Amyloid (p3–42). Hierdurch soll das in den Amyloid-Plaques befindliche N3-Pyroglutamat-modifizierte β-Amyloid gezielt aus dem Gehirn entfernt werden.

Die Wirksamkeit von Donanemab wurde anhand von Scores wie der integrated Alzheimer Disease Rating Scale (iADRS) und der Clinical Dementia Rating Scale (CDR-SB) erfasst. Die Teilnehmer zeigten zu Beginn der Studie erst milde Symptome. Insgesamt verzögerte die Gabe von Donanemab das Fortschreiten der Erkrankung gemäss der Scores verglichen mit Placebo um einige Monate.

Donanemab wird alle vier Wochen als intravenöse Infusion verabreicht. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und amyloidbedingte Bildgebungsanomalien (ARIA). Die US-Fachinformation trägt auch einen Warnhinweis zu diesen ARIA. Diese zeigen sich als vorübergehende Schwellungen in bestimmten Gehirnbereichen (ARIA-E) oder als Mikroblutungen (ARIA-H). ARIA verlaufen in der Regel symptomlos, in seltenen Fällen können aber ernste und lebensbedrohliche Ereignisse auftreten, schreibt die FDA.

 

Alzheimer Forschung Initiative wenig euphorisch

In einer Pressemitteilung äußerte sich die Alzheimer Forschung Initiative zeitnah zur US-Zulassung von Donanemab. Deren stellvertretende Geschäftsführerin, Dr. Linda Thienpont, ist der Meinung, dass die Zulassung von Donanemab für viele Alzheimer-Patienten leider kein großer Durchbruch ist. »Auch Donanemab wird die Alzheimer-Krankheit nicht heilen können. Studien haben eine Verlangsamung des geistigen Abbaus durch Donanemab um 35 Prozent nachgewiesen. Dabei geht es um eine Verzögerung von vier bis sieben Monaten. Ob diese moderate Wirkung für die Betroffenen selbst überhaupt spürbar ist, ist unklar. Das ist sicher nicht das, was sich Betroffene und Angehörige von einem neuen Medikament erhoffen.«

Ferner stünden der geringen Wirkung potenziell gravierende Nebenwirkungen gegenüber. Aus Sicht der Alzheimer Forschung Initiative sei es fraglich, ob der Nutzen von Donanemab den potenziellen Schaden überwiegt.

Für die Forschung ist die Zulassung von Donanemab laut Thienport aber ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. »Mit den Antikörpern Lecanemab und Donanemab stehen jetzt Wirkstoffe zur Verfügung, die an einer der potenziellen Ursachen der Alzheimer-Krankheit ansetzen. Weil die Alzheimer-Krankheit aber sehr komplex ist und mehrere Ursachen an ihrer Entstehung beteiligt sind, wird das nicht ausreichen. Wir werden Alzheimer vermutlich nicht mit einem Medikament heilen können, sondern brauchen Kombinationstherapien, die individuell an verschiedenen Krankheitsmechanismen ansetzen.« Die Antikörper sieht die Expertin als »ein Puzzleteil für eine zukünftige Kombinationstherapie«.

Bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA werden die Zulassungsanträge von Lecanemab und Donanemab derzeit geprüft.

Kostenlose Ratgeber

Broschuere herunterladen

Beratung

Wir unterstützen Sie bei der richtigen Wahl Ihrer Betreuung.

margarete stettler

Margaretha Stettler, Geschäftsführerin

Vereinbaren Sie jetzt Ihr kostenloses Beratungsgespräch unter
044 500 46 50 oder
info@hauspflegeservice.ch

News

Palliativpflege: Was ist das und wer gilt als Palliativpatient?

Palliativpflege: Was ist das und wer gilt als Palliativpatient?

Egal, mit welcher Diagnose sich Palliativpatienten konfrontiert sehen – sie haben eines gemein: Eine unheilbare Krankheit, die teils langsamer, teils schneller fortschreiten wird. Die Zeit nach einer solchen Diagnose ist nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für ihre Angehörigen eine Herausforderung. Egal, ob die Diagnose Krebs, ALS, Demenz oder Parkinson lautet: zum Ende der Lebenszeit wünschen sich Betroffene eine umfassende Pflege auf Augenhöhe.

Mehr erfahren

Angehörige zu Hause pflegen

Angehörige zu Hause pflegen

Die Betreuung von Angehörigen kann belastend sein. Wir vom Hauspflegeservice.ch stehen Ihnen gerne mit Hilfe und Coaching zur Seite. Wenn eine angehörige Person betreuungsbedürftig wird, stehen plötzlich viele Fragen auf.

Mehr erfahren

Jubiläum 20 Jahre Hauspflegeservice.ch

Jubiläum 20 Jahre Hauspflegeservice.ch

Unser Jubiläum ist für uns ein besonderer Meilenstein. Auf unserem Weg haben wir viele Herausforderungen gemeistert, Veränderungen erlebt und immer gemeinsam Lösungen gefunden. Dass wir heute hier stehen, verdanken wir vor allem unseren Kunden, Partnern und Freunden. Ihr Vertrauen, Ihre Unterstützung und die gute Zusammenarbeit haben uns durch viele Situationen getragen.

Mehr erfahren